Was ist Mediation? Weshalb bin ich Mediatorin?

Immer wieder werde ich gefragt, was eigentlich Mediation überhaupt ist.
Warum brenne ich so dafür, weshalb ist mir das Lösen von Konflikten so wichtig?

Begriff der Mediation

Nach §1 des Mediationsgesetzes ist die Begriffsbestimmung wie folgt:

(1) Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mithilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben.
(2) Ein Mediator ist eine unabhängige und neutrale Person ohne Entscheidungsbefugnis, die die Parteien durch die Mediation führt.

Doch was genau heißt das jetzt konkret?

Mediation ist vertraulich. Das was meditiert wird, bleibt bei den Medianten und dem Mediator. Die Medianten, also die Konfliktparteien, können jedoch untereinander einvernehmlich beschließen, dass sie Dritte darüber informieren können. Einvernehmlich heißt immer: Alle Konfliktparteien stimmen dem zu!

Die Parteien nehmen freiwillig an der Mediation teil. Wie sieht das aus und was heißt freiwillig in diesem Kontext? Freiwillig heißt, dass die Parteien aus freiem Willen zur Mediation gehen. Sie beschließen selbst das zu tun UND sie können auch selbst beschließen, eine Mediation abzubrechen. Manchmal kommt es dazu, dass zum Kontaktgespräch die Parteien ersteinmal kommen, um jemanden einen Gefallen zu tun. Das ist aus meiner Sicht in Ordnung, wenn sie danach freiwillig dem Prozess der Mediation weiter folgen und dabei bleiben.

Ferner nehmen die Parteien eigenverantwortlich an dem Prozess teil. Das heißt, jede Partei übernimmt selbst die Verantwortung für das was sie sagt, tut, für ihre Entscheidungen und ob sie an dem Prozess teilnimmt oder nicht.

Und die Parteien treffen eine gemeinsame Lösung, die sie gemeinsam und in beidseitiger Zustimmung erarbeiten, also einvernehmlich.

Der Mediator/Die Mediatorin unterstützt diesen Prozess als Vermittler*in.

Der Mediator selbst ist unabhängig und neutral – ich persönlich bevorzuge das Wort allparteilich. Neutral ist auch gleichzusetzen mit unparteiisch, soll heißen, man nimmt keine Position in die eine oder andere Richtung ein, man beobachtet quasi von einem anderen Standpunkt aus, ohne sich in die eine oder andere Richtung zu bewegen. Allparteilich dagegen heißt, dass ich als Mediator durchaus die unterschiedlichen Bedürfnisse und Positionen erkenne, auch mal hin und her pendle, jedoch mich immer wieder in der Mitte ausrichte. Für mich persönlich heißt das, ich bleibe empathisch bei allen Parteien und richte mich immer wieder mittig aus.

Gleichzeitig heißt das auch, dass ich als Mediator keine Entscheidungen treffe. Ich vermittle zwischen den Parteien und helfe den Parteien, zu ihrer ganz eigenen Entscheidung zu kommen.

Das sind also die Begrifflichkeiten aus denen sich dann auch die Prinzipien der Mediation ergeben.

Was heißt denn Mediation für mich konkret?
Warum bin ich Mediatorin?

Ich liebe es, Menschen wieder zu verbinden, die sich durch eine Auseinandersetzung voneinander getrennt haben. Das ist mein Hauptantrieb um als Mediatorin zu arbeiten. Das kann zwischen zwei Konfliktparteien sein oder in einem Team.

Das stellt auch die Grafik zur Mediation da, die als Beitragsbild hier eingefügt ist. Der Strom der Beziehung, der auf und ab geht und wieder zu einem Punkt zusammen kommt.

Das heißt allerdings nicht, dass ein Konflikt etwas “schlechtes” oder unerwünschtes ist. Konflikte helfen uns auch, Klarheit zu gewinnen. Oft sind sie ein Wegweiser, dass “irgendetwas” nicht stimmig ist. Wenn wir lernen, Konflikte zu lösen, gemeinsam zu lösen, dann haben wir einen großen Schritt getan in ein gemeinsames Miteinander. Kommunikation ist hier das A und O. Und zur Kommunikation gehören auch Dinge wie zuhören, Körpersprache, Gefühle. Als Konfliktpartei habe ich selbst gelernt, was es heißt, eine Auseinandersetzung gemeinsam zu lösen – und genau das gebe ich auch als Mediatorin weiter.

Tatsächlich stecken hinter den meisten Konflikten nicht unsere Positionen zu bestimmten Dingen, sondern unsere nicht beachteten Bedürfnisse, nicht gesehene Gefühle die zu Emotionen werden – und uns dann emotional handeln lassen.

Auch ich habe selbst erlebt und weiß, wie es ist, wenn ich vor lauter Emotionen die Sache an sich nicht mehr sehe und nicht mehr fähig bin, hinter einem Konflikt meine wirklichen Bedürfnisse und die des anderen zu sehen.

Mein Motto: Menschen verbinden.

Mediation und Konfliktlösung bringen uns weiter, denn Sie eröffnen uns neue Wege mit Konflikten, Streit, Auseinandersetzungen umzugehen. Weil wir dann gelernt haben, dass es andere Lösungen gibt, die darauf basieren, zu verstehen anstatt auf die alten Positionen zu verharren. Dass es Lösungen gibt, die gemeinsam, einvernehmlich, friedvoll, vertrauensvoll und allparteilich getroffen werden.

Eben Lösungen, die Menschen wieder verbinden, die Menschen wieder zusammen führen können.

©Sabine Kupfer

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